Gott sei Dank war es ein schöner, sonniger und nicht zu heisser Tag. Die letzten Vorbereitungen gingen gut über die Bühne und für einmal waren wir gut im Zeitplan. Nach gut Afrikanischer Zeit erschienen die Witwen 30-90 Minuten zu spät (Schuld daran ist z.T. die Benzinknappheit, die uns seit zwei Monaten das Leben schwer macht). Mit einigen Weihnachtsliedern stimmten wir uns auf den Anlass ein, gefolgt von der Weihnachtsgeschichte. Immanuel - Gott mit uns" in jeder Situtation. Jede von uns Frauen wird während dem diesjährigen Weihnachtsfest jemanden vermissen. Ob verstorbener Ehemann oder Familen, die weit weg sind. Nichts ist für Jesus unmöglich, keine Situation, in der Er nicht Herr und allmächtig ist, die er nicht kennt und verändern kann. Er ist mit uns.
Nach gut Nigerianischer Tradition assen wir das typische Weihnachtsessen: Reis, rote Sosse und Fleisch und tranken dazu ein Süssgetränk (natürlich ungekühlt).
Nachdem Berge von Essen verputzt waren, spielten wir Bingo und ich genossen den Anblick der Frauen. Sie sassen gespannt über ihre Karte gebeugt, in der Hoffnung einen Preis ergattern zu können. Für einige Minuten konnten sie jegliche Probleme vergessen und einfach geniessen und sein. Wie sehr wünsche ich mir, dass sie noch mehrere solche Momente erleben können.
Nach einige "Verdauungstänzen" stand eine Staffette auf dem Programm, bei der die Frauen jeweils einige Kleider anziehen und dann zur anderen Seite rennen mussten. Wir haben noch selten so gelacht! Es war so chaotisch, denn die Frauen mussten sich über ihren Rock eine Wickelhose anziehen.
Der Höhepunkt des Tages war das diesjährige Weihnachtsgeschenk. Wir überlegten im Vorfeld lang und breit was wir den Frauen schenken könnten. Stoff für ein neues Kleid ist gut und nett, aber etwas langweilig. Einen Korb mit Lebensmitteln gaben wir ihnen letzes Jahr. Wie wäre es mit Hühnern? Ja, nein, ist eine coole Idee, aber wie verstecken wir 30 Hühner vor den Frauen? Vielleicht sollten wir es tun, denn kaum eine der Frauen kann sich ein Huhn zu Weihnachten leisten. Aber können wir es uns leisten, schliesslich sind Hühner nicht billig?Wir entschieden uns dafür und sollten reich, reich belohnt werden. Wir forderten die Frauen auf sich in eine Reihe aufzustellen und uns singend und tanzend zu folgen.
Als die ersten die Hühner erblickten konnten sie noch nicht so recht einordnen, was das alles soll und auf ihren Gesichtern war die Frage " Was haben diese beiden Weissen jetzt wieder im Sinn?" deutlich erkennbar.













